Winterreifen – Pflicht


Das Thema Winterreifen-Pflicht ist seit Dezember 2010 eindeutiger geregelt. Paragraph § 2 Absatz 3a der StVO besagt,

(3a) Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, welche die in Anhang II Nummer 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG des Rates vom 31. März 1992 über Reifen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern und über ihre Montage (ABl. L 129 vom 14.5.1992, S. 95), die zuletzt durch die Richtlinie 2005/11/EG (ABl. L 46 vom 17.2.2005, S. 42) geändert worden ist, beschriebenen Eigenschaften erfüllen (M+S-Reifen)

(Quelle:  StVo, eigene Hervorhebungen). Eine konkrete “Winterreifenpflicht” für die Wintermonate gibt es somit nicht, es wurde allerdings festgelegt, dass bei bestimmten Straßenverhältnissen (Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte) M+S Reifen verpflichtend sind.

Der Begriff “Winterreifen” taucht in der Straßenverkehrsordnung zudem weiterhin nicht auf, sondern “M+S”-Reifen sind die verpflichtende Maßgabe. Die M+S-Spezifikation (für “Matsch” und “Schnee”) können sowohl Winter- als auch Alljahresreifen erfüllen, die auf der Seitenbeplankung den entsprechenden Schriftzug aufweisen. MS-Reifen haben ein spezielles Profil, das bei winterlichen Straßenverhältnissen für Traktion und Grip sorgt.

Was sind die Vorteile von Winterreifen?

Winterreifen sorgen für eine bessere Straßenhaftung. Bereits ab sieben Grad verhärtet sich der Gummi von Sommerreifen. Die spezielle Gummimischung von einem Weinterpneu verhärtet sich bei Kälteeinwirkung nicht. So bleibt die Haftung erhalten. Dies hat auch eine positive Auswirkung auf das Bremsverhalten des Fahrzeuges. Mit richtiger Bereifung im Winter wird der Bremsweg gegenüber Sommerreifen bei gleichen Wetterbedingungen deutlich verkürzt. Das spezielle grobstolligere Profil sorgt nicht nur für besseren Schutz vor Aquaplaning, sondern auch für besseren Halt auf Schnee, Eis und Matsch. Nässe und Schneematsch werden durch die Umdrehung des Reifens beim Fahren aus dem tiefen Profil gedrückt. So kann das Fahrzeug weniger schnell ins Schleudern geraten und der Fahrer behält die Kontrolle. Durch diese Stabilität wird auch eine bessere Beschleunigung auf winterlichen Straßen erreicht.

Was passiert bei Nichtbeachtung der Winterreifen-Regelung?

Ist man bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs, wird dies von der Polizei mit einem Bußgeld von 40 Euro belegt. Behindert man den Straßenverkehr, weil man z.B. an einem Hang nicht mehr von der Stelle kommt, kann ein Bußgeld von 80 Euro sowie ein Punk in Flensburg auf einen zukommen.

Hat falsche Bereifung Auswirkungen auf den Versicherungsschutz?

Sommerreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen kann dazu führen, dass der Vollkaskoschutz beim eigenen Fahrzeug nicht greift.

Wann sollte man die Reifen wechseln?

Als Faustregel kann man sagen, dass man von Oktober bis März besser mit Winterreifen unterwegs sein sollte, da man nie weiß, auf welche Straßenverhältnisse man in dieser Zeit treffen kann. Schneit es allerdings im September oder April, so ist selbstverständlich auch in diesen Monaten mit M+S-Bereifung zu fahren.

Darf man im Winter auch mit Sommerreifen fahren?

Da es sich bei der Neuregelung nicht um eine generelle Winterreifenpflicht handelt, ist es grundsätzlich möglich, durch den Winter auch mit Sommerreifen zu kommen. “Wer Fahrten bei “Eis, Schneematsch…” zuverlässig vermeiden kann, kann auch weiterhin im Winter Sommerreifen fahren! Dies hat besondere Bedeutung in traditionell winterarmen Regionen sowie für Besitzer von Zweitwagen oder Oldtimern – und natürlich für den, der gegebenenfalls auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen kann.” (ADAC online)

Für alle die eine Vermeidung von Fahrten bei Eis und Schnee nicht ausschließen können, müssen auf wintertaugliche MS-Reifen umsteigen!